Jigs mit Stahlkopf und Sollbruchstellen - zur Schonung von Umwelt und Geldbörse


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Veröffentlicht am 11. Mai 2019

Grundel-Jigsystem

Dieses Jigsystem hat ebenfalls eine Sollbruchstelle bei Jigkopf und Haken, kommt aber ohne Kleber aus und selbst der Gummiköder kann weggelassen werden, weil das System ist auch gut zum Anködern von Schwarzmeergrundeln geeignet. Dieses System verursacht also fast keine Umweltbelastung mehr.

Der Jigkopf ist wieder aus Stahl. Zur Verbindung von Jigkopf und Köder wird ein speziell gebogenen Drahtbügel verwendet, der mit einer dünnen monofilen Angelschnur am Jigkopf festgebunden ist, was die Sollbruchstelle darstellt. Durch die verwendete Schnurstärke lässt sich die nötige Abrisskraft beliebig und sehr genau definieren. Als Ersatz für den Jighaken wird ein Stinger eingesetzt, bei dem die Sollbruchstelle durch die Schnur-Reissfestigkeit festgelegt wird.


Herstellungs-Schritte:
In ungehärtete, nicht rostfreie Stahlkugel links und rechts einen ca. 2mm tiefen Schlitz sägen
Drahtbügel biegen (z.B. aus Büroklammer SAX 230; ca. 0,8mm Drahstärke)
Drahtbügel in die Schlitze der Kugel stecken und mit dünner Angelschnur (z.B. 0,14 Fluocarbon) an der Stahlkugel festbinden (Schnur oben in der Öse einfädeln, doppelt nehmen, zuerst in den linken Schlitz legen und dann die beiden Enden auf der Unterseite der Kugel mit dem rechten Teil des Drahtbügels mehrfach verknoten.
Siehe Vergrößerung
Stinger herstellen oder besorgen.
Z.B. aus 5kg-Stahlvorfach, Hülsen, Haken mit großem Bogen. (Der kleine Silikonschlauch bewirkt, dass die Schnur in einer Linie mit dem Haken bleibt, was beim Anködern hilfreich ist.)


Köder-Montage:
Hier gezeigt mit Gummifisch; geht genauso mit Grundel
Gummi-oder Köderfisch auf den Dorn des Drahtbügels stecken
(hier mit 10g-Kopf)

Den Draht oben mit der Lösezange Richtung Kopf um 90 Grad umbiegen, sodass das Drahtende (fast) den Jigkopf berührt. Damit ist der Köder ausreichend fest mit dem Jigkopf verbunden.

Stinger oben im Gummi- oder Köderfisch einstechen und platzieren, sodass die Schlaufe bis zur Öse reicht

Snap in Öse und Schlaufe einfädeln.

Ab ins Wasser!


Das Ganze mit Schwarzmeergrundel (hier mit 8g-Kopf)

Die Grundel hält gut (auch aufgetaut), weil die Maulpartie sehr zäh ist.

Vorteile:
1. Der Kopf besteht aus ungiftigem Stahl statt Blei
2. Bei einem Jigkopfhänger löst sich die Stahlkugel, der Rest der Montage bleiben erhalten
3. Bei einem Hakenhänger reisst nur der Stinger ab (oder der Haken biegt auf, wenn er dünndrähtig ist)
4. Ist gut zum Anködern von Schwarzmeergrundeln und Gummifischen geeignet
5. Der Köder ist beweglicher, weil kein starrer Jighaken vorhanden ist.
6. Naturköder sind in bestimmten Angelsituationen Kunstködern überlegen

Weitere Vorzüge:
- Wenig Fummelei beim Anködern des Köderfisches erforderlich
- Sehr einfache Montage des Gummifisches
- Sofort nach Bau einsatzfähig (ohne Kleber-Trocknungszeit)
- Bau von ganz kleinen bis ganz großen Ködern möglich. Es brauchen nur die Draht- und Schnurstärken variiert werden.
- Beliebige Festlegung der Sollbruch-Stärke durch Wahl der Schnurstärke

- Bleibt der Jigkopf zwischen Steinen hängen, so besteht die Chance, dass nur die Schnur reisst, die den Drahtbügel mit der Stahlkugel verbindet. Nur die Stahlkugel geht verloren. Es genügt in diesem Fall, den Drahtbügel aus dem Gummiköder zu entfernen und durch einen (vorbereiteten) Jigkopf (Stahlkugel + angeknoteten Drahtbügel) zu ersetzen.
- Geht bei einem Hakenhänger der Haken bzw. Stinger verloren, genügt es, den Stinger auszutauschen.

Anmerkungen:
Alternativ kann auch ein Stinger mit Drilling verwendet werden.

Zur Grundelmontage:
Ein kleines Stück aus einem alten Fahrradschlauch verhindert das Zurückrutschen des Hakens.


Alternativen:
Eine etwas weniger ökologische Variante ist, den Drahthaken wie beim anderen Jigsystem in den Stahlkopf einzukleben. Statt der Öse wird ein Haken - wie auf den Bildern zu sehen - gebogen. Wichtig ist, dass der Haken durch kurzes Erhitzen die Härte verliert, damit man das Drahtende beim Montieren des Köders leicht umbiegen kann.
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