Jigs mit Stahlkopf und Sollbruchstellen - zur Schonung von Umwelt und Geldbörse


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Veröffentlicht am 7. Dezember 2019

Beweglicher Stahlkopf / Offset-Montage

Habe in der Saison 2019 viel mit beweglichen Stahlköpfen, die ohne Kleber montiert werden können, und mit Offsetmontagen experimentiert und gefischt. Nachfolgend Infos wie die Montagen ausschauen. Klappen ebenfalls auch gut. Konnte damit ca. 45 Donau-Zander plus etliche andere Räuber überlisten.


1. Jigsystem mit beweglichem Stahlkopf:
Das System besteht aus einem Gummifisch, in dem vorne ein Köderhalter montiert wird, einem Einzelhaken-Stinger und der beweglichen Stahlkugel, die zur Befestigung mit einem Draht versehen wird. Alle 3 Teile werden in den Snap eingehängt. Es ist sowohl beim Kopf als auch beim Haken eine Sollbruchstelle vorhanden, um Materialverluste bei Hängern zu reduzieren.

Großes Bild
9cm FlexiFix mit 10g-Stahlkopf

Herstellung des Stahlkopfes:
Der Stahlkopf lässt sich relativ einfach herstellen. Man braucht dazu nur eine Hand-Metallsäge und eine kleine Feile. Man benötigt auch keinen Kleber und hat dadurch keine Wartezeit, bis man die Kugel verwenden kann.

Ich schneide links und rechts einen ca 2 mm tiefen Schlitz und oben noch einen quer dazu. Dann nehme ich einen dünnen Draht (hier 0,3 mm Kupfer; noch umweltfreundlicher ist [ungehärteter] Stahldraht), lege ihn mit den Enden nach unten um die Kugel und verdrille die Drahtenden.

Montage des Köders:
Um den Gummiköder am Snap befestigen zu können, schraube ich vorne eine Baitholder-Spirale in den Gummiköder. Genauso gut funktioniert aber auch der selbst gebastelte Köderhalter, den ich beim Jigsystem verwende (Drahtöse und quer eingestochener Zahnstocher; reisst meiner Erfahrung nach weniger leicht aus als die Spirale).

Unterschiede zum Jigsystem mit starrem Kopf sind:
- Kopf und Köder können rasch getauscht und beliebig kombiniert werden
- Der Stahlkopf kommt ohne Kleber aus, d.h. keine Umweltbelastung durch den Kleber
- Keine Kleber-Trocknungszeit; dadurch können die Kugeln sofort verwendet werden und auch noch kurz vor dem Angeln hergestellt werden
- Der bewegliche Kopf bewirkt eine anderes Köderspiel als der starre Kopf
- Die Sollbruchstelle ist durch den Draht exakter festlegbar als durch den Kleber. Die Abrisskraft kann durch Variieren des Drahtdurchmessers beliebig festgelegt werden. Am umweltfreundlichesten ist ungehärteter Stahldraht, es kann aber auch Kupferdraht oder auch Angelschnur verwendet werden.

Anmerkungen:
Erwähnen möchte ich noch, dass diese Montage nicht so universell einsetzbar ist wie ein klassischer Jig. Die Montage funktioniert am besten mit eher schlanken Ködern und wenn der Köder nicht allzu schnell angestartet wird. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich der Köder um die Längsachse verdreht. Weiters sollte sich der Wackelschwanz bereits bei leichtem Zug bewegen, weil der Gummiköder mangels starrer Verbindung zum Kopf nicht so gut stabilisert wird. Ich habe ausführliche Tests mit Ködern ähnlich wie dargestellt durchgeführt. Da gab es keine Probleme.


Der bewegliche Kopf eignet sich natürlich auch sehr gut für Montagen mit Offsethaken. Nachfolgend meine Lösung:

2. Offset-Montage mit beweglichem Stahlkopf:

Großes Bild
9cm FlexiFix mit 10g-Stahlkopf und 5/0-Offsethaken

Da die Offset-Montage kaum Hakenhänger verursacht, ist beim Haken keine Sollbruchstelle erforderlich. Für Kopfhänger ist eine Sollbruchstelle ist vorhanden.

Meine Montage hat Ähnlichkeit mit dem Jika-Rig, nur ist das Gewicht eben kugelförmig, etwas näher am Snap bzw. Gummiköder und es besteht eben auch der klare Unterschied, dass hier eine Sollbruchstelle für Gewichthänger vorhanden ist.

Die Montage hat auch etwas Ähnlichkeit mit dem Cheburashka-System. Es besteht aber der klare Unterschied, dass hier eine Sollbruchstelle für Kopfhänger vorhanden ist.

3. Offset-Montage mit auf der Schnur verschiebbarem Stahlgewicht: (veröffentlicht am 16.01.2020)

Großes Bild
4"-EasyShiner mit frei verschiebbarer 12g-Stahlkugel inkl. Sollbruchstelle und 5/0-Offsethaken

Die Verschiebbarkeit des Gewichtes habe ich dadurch erreicht, dass ich ein 1 cm-langes Plastik-Röhrchen und eine Glasperle auf die Schnur gefädelt habe. Über das Röhrchen habe ich einen Snap geklemmt und am Snap die Stahlkugel eingehängt. Neben der Beweglichkeit ist auch eine Sollbruchstelle für Gewichthänger vorhanden. Ist eine Variante des sog. Free-Rigs. Hat den Vorteil des Carolina-, Texas- und Free-Rigs, nämlich dass Vorschaltgewicht und Gummiköder entkoppelt sind und dadurch das Einsaugen des Köders auch bei schwereren Gewichten nicht behindert wird. Das Röhrchen kann man auch weglassen.

Wie bekannt, hat die Offset-Montage natürlich den Vorteil, dass man viel weniger Hänger hat, aber halt auch klar den Nachteil, dass man viel mehr Fehlbisse hat. Kann ich leider bestätigen. Allerdings habe ich noch relativ wenig Erfahrung im Offset-Fischen und vielleicht ist da mit guten Tipps und Tricks, wie man die Fehlbissrate deutlich verringern kann, ohne die Hängerquote zu erhöhen, noch Luft nach oben. Für gute Vorschläge bin ich dankbar.